Bei stabilem Nordostwind der Stärke 2 bis 3 verlassen wir Porto Santo mit Kurs auf Madeira. Zunächst segeln wir noch im Windschatten der Insel. Der Wind frischt jedoch stetig auf Nordost 4, in Böen 5, auf und treibt uns bei halbem Wind zügig nach Madeira. Nach fünf Stunden runden wir die Südspitze der Insel.
Die Marina Quinta Do Lorde gibt uns keine Erlaubnis einzulaufen, man sei voll, keine Liegeplätze.
Wir orientieren uns neu und prüfen entlang der Küste bis Funchal die verfügbaren Liege- und Ankermöglichkeiten. Heftige Fallböen ziehen über die Südküste; trotz der hohen Berge finden wir kaum Windschutz. Die Wellen laufen mit und werden von Madeira lediglich abgelenkt. Ein steifer Nordostwind der Stärke 5 bis 6 fordert uns einiges ab. Wir bergen die Fock und passieren die Böen mit weit aufgefiertem Großsegel.
Die Entscheidung ist gefallen: Wir nehmen Kurs auf Funchal. Doch auch dort ist der Hafen vollständig belegt; überall liegen Boote im Päckchen. Uns bleibt daher nur, vor Anker zu gehen. Das Ankerfeld ist in der Blauwasserseglergemeinde bekannt, allerdings hat der anhaltende, sehr unangenehme Schwell schon manchen Aufenthalt auf Madeira verkürzt. Nach einer Nacht vor Anker können wir das bestätigen.
Wie haben Glück, die 20 Seemeilen entfernte Marina Calheta hat Liegeplätze frei.
Der Wind hat in der Nacht nachgelassen und so motoren wir die Südküste bis Calheta entlang.
Hier bleiben wir bis zum 23.09.2026 und erkunden Madeira (Reiseberichte).
Am 23.09.26 starten wir um 11:00 morgens nach Gran Canaria, Zielhafen Las Palmas.
Madeiras hohe Berge bilden einen imponierenden Windschatten, aus dem wir erst nach zwei Stunden Motoren befreien können. Dann erfasst uns ein steifer NE 4 bis 5, ein Halbwindkurs und Wilma rennt.
Auf unserem Kurs erscheinen zwölf AIS-Signale von Segelyachten mit Ziel Kanaren; wir bilden das Schlusslicht. In der ersten Nacht dreht der Wind auf Ost mit Stärke 3 bis 4. Wir halten unser Tempo, gehen höher an den Wind und holen auf. Selbst das kurze nächtliche Flautenloch durchsegeln wir. Am nächsten Morgen liegen bereits einige Yachten hinter uns. Der Wind frischt auf, und ein Nordostwind der Stärke 4 bis 5 treibt uns wieder zügig voran. Der Halbwinder bringt uns stabil nach Las Palmas. Nur die Kontiki von Ina und David liegt noch vor uns – ebenfalls eine Hanse, allerdings eine Hanse 470.
Wir treffen uns beim Hafenmeister und tauchen zusammen in die Segler-Community Las Palmas ein, aber das findet ihr in den Reiseerlebnissen.
299 Seemeilen in exakt 24 Stunden, schöner Ritt.
Standort Las Palmas, 23.09.26
