In Las Palmas dreht sich derzeit alles um die ARC-Regatta (Atlantic Rally for Cruisers), die am 22. November offiziell startet. Mehr als 160 Schiffe werden erwartet und treffen nach und nach ein. Das hat weitreichende Folgen: Alle Yachten, die nicht an der Regatta teilnehmen, müssen den Yachthafen von Las Palmas bereits jetzt verlassen.
Auch uns hat es getroffen: Nun liegen wir in einem dicht belegten Ankerfeld vor der Marina und schaukeln im Schwell. Unser finnisches Buddy-Boot wird ebenfalls ausweichen müssen. Schon jetzt patrouillieren die Hafenmeister und weisen den Ankerliegern ihre Plätze zu. Neu ankommende Boote, die nicht an der ARC teilnehmen, dürfen nur kurz in die Marina und werden anschließend wieder zum Ankern hinausgeschickt. Dadurch herrscht ein reger Dinghy-Verkehr zwischen dem Ankerfeld und der Marina.
In Las Palmas gibt es zahlreiche Bootsausrüster, Segelmacher, Rigger und weitere Fachbetriebe, für die jetzt die Hochsaison beginnt. Die Crews bereiten sich auf die bevorstehende Atlantiküberquerung vor – und da fast immer noch etwas fehlt, findet man hier alles, was dafür benötigt wird. Die Preise sind verblüffend zivil.
Die Segler-Community beeindruckt mich sehr, jeder hilft jedem und der Zusammenhalt ist super, egal ob „locals“ wie Otti und Gregor, die Gran Canaria zu ihrem Lebensmittelpunkt erwählt haben und Dauerlieger sind, ARC-Segler wie Christian, Norbert und Raya und die anderen Segler, wie unsere finnischen Freunde Iiris, Juho und Reini und ich, die einfach nur die Atlantikrunde segeln wollen und sich selbst organisieren; ja und da sind ja noch die Karibikrückkehrer, wie Ina und David, die uns mit Informationen versorgen und fit machen.
Viele Segler versuchen, von Las Palmas auf andere Kanarische Inseln auszuweichen. Doch auch dort sind die Häfen überfüllt und weisen Neuankömmlinge ab. So hatte ich mir die Situation nicht vorgestellt. Da wir Mitte November zu den Kapverden aufbrechen wollen, brauchen wir nun einen Plan. Weiter im Ankerfeld vor Las Palmas auszuharren, kommt für mich nicht infrage.
Unsere Idee ist nun, zunächst nach Fuerteventura und Lanzarote zu segeln und Mitte November über Teneriffa nach Gran Canaria zurückzukehren und uns dann für den Törn zu den Kapverden vorzubereiten.
Las Palmas zählt als Stadt nicht zu meinen Reisefavoriten: eine Großstadt mit hohen Häusern und wenig Atmosphäre. Und, lieber Henning, ich bemühe mich wirklich, Deine Begeisterung für Las Palmas nachzuvollziehen. Die eigentliche Gefahr besteht hier darin, völlig in der Segler-Community aufzugehen: Man trifft und besucht sich, tauscht sich in WhatsApp-Gruppen aus und genießt entspannt den Tag. Das ist sehr verführerisch, zumal man viele interessante Gleichgesinnte kennenlernt – doch schnell gerät man dabei in eine tägliche Routine.
Lieber Georg, ich habe im Video versucht, diese Gefahr der täglichen Routine darzustellen. Das war Dein Wunsch, und ich gehe gerne auf Eure Wünsche ein, hoffentlich kommt es rüber.
Jetzt werde ich mich weiter um Reini kümmern. Er ist äußert unglücklich, ein Magendarminfekt nimmt ihm alle Energie. Jetzt muss er vom Bordarzt verordnete Medikamente nehmen und der beste Klomann des nördlichen Atlantiks putzt.
Gut, wenn man die Krisenreaktionskräfte in Personalunion (Klomann und Arzt) direkt vor Ort hat.
Danke an Klaus für die Zusammenstellung der Reiseapotheke und stets präsenten „internistischen“ Rat (mein Telefonjoker).
Bis bald, Eure Wilmacrew, ein Feedback freut uns immer
Standort Las Palmas, 07.09.2026
