Wir legen früh am Morgen in Camaret-sur-Mer ab und nehmen bei flauem NW 2 Kurs Süd entlang der bretonischen Küste. Zunächst laufen wir unter Motor, um die optimale Passagezeit für den Pt. du Raz und den Pt. de Penmarc’h einzuhalten.

Das Race Pt. Du Raz, bekannt für seine starken Tidenströme zwischen gut betonten Untiefen, und das Kap Pt. de Penmarc`h, bekannt für eine tidenbedingte querlaufende auflandige Strömung,  passieren wir optimal. Die Tide drückt uns mit über 11 Knoten über Grund durch die beiden Races.

Zum frühen Mittag brist es auf, ein stetiger NW4. Der Gennaker steht und mit Rauschefahrt laufen wir in die Bucht von Bénodet, navigieren an den betonten Untiefen vorbei, um am frühen Nachmittag in Bénodet anzulegen.

Der Hafenmeister fährt uns entgegen und weist uns einen Platz im Päckchen zu. Die Strömung in Bénodet ist erheblich. Der Ort liegt an einer Flussmündung, gezeitenabhängig gibt es Stauwasser und in einem kurzen Zeitintervall muss man mit reversiblen Strömungen rechnen. 

In der Nacht dreht der Wind auf Nordost 5–6. Unser Ziel ist Lorient, doch uns erwartet eine mühsame Kreuz. Wir reffen das Großsegel und kreuzen weiter. Die Tide steht gegen den kräftigen Nordostwind, kurze, steile Wellen bremsen uns aus. Wir entscheiden, nach Concarneau abzulaufen und legen mittags im Hafen vor der Festung an.

Barbara muss zurück nach Lübeck. Dirk bleibt an Bord und möchte noch die Überfahrt nach Spanien über die Biskaya mitsegeln.

Am 22.07. haben wir ein gutes Wetterfenster für die Querung. Ein steifer NE3-4, später NO 5 ist vorhergesagt. Der NE treibt uns voran, unser erstes Etmal sind 160sm. Vor der nordspanischen Küste flaut der NO ab und dreht auf NW 3. Mit einer Zielkreuz erreichen wir nach 310 sm über Grund und 37 Stunden auf See Viveiro in Galizien.

Wir werden neugierig begrüßt. Am Vorabend gab es vor Viveiro eine schwere Orcaattacke bei der ein Boot gesunken ist, vier weitere dabei beschädigte Segelyachten liegen im Hafen.

Glück muss man haben!

Standort Viveiro, 24.07.2026