Bärbel erzählte begeistert von Porto Santo. Silvia und Peter waren hier glücklich und wir sind es auch!
Man versteht spätestens in Porto Santo, dass es beim Blauwassersegeln nicht um das Segeln geht, sondern um das Ankommen.
Das hier ist ein glücklicher Ort ohne Massentourismus, alles klein und beschaulich. Die Insulaner leben in ihrer eigenen Geschwindigkeit, in die man sich als Gast einfügen muss, das fällt nicht immer leicht.
Eine neue Starterbatterie ist eingebaut, dann streikt der 23 Jahre alte Außenborder. Die Standleitung zu Helmut im SVT steht, Reini will reparieren. Ersatzteile hier vor Ort zu finden erscheint sehr fraglich. Wir bekommen direkt Hilfe vom Hafenmeister, alles wirkt wohl koordiniert. Der Mechaniker vor Ort sieht keine Chance unseren Außenborder zu reanimieren. Dieser ist aber ein entscheidendes Ausrüstungsteil. Ich treffe die Entscheidung einen neuen zu kaufen. Der neue Motor kommt auch prompt mit der nächsten Fähre aus Madeira. Alles gut, Reini muss jetzt nicht mehr zum Morgen- Cappuccino rudern.
Unser finnisches Buddy-Boot Katariina gab mir den Tipp, Flaschentauchen in einem Tauchkurs vor Ort richtig zu lernen. Mein Instruktor ist ein wilder Naturbursche mit Rastazöpfen. Mein Sohn Finn sagt dazu: „Papa, die Rastis sind die Besten.“ Finn hatte recht. Filipi, mein Instruktor, führt mich allein durch den Kurs. Er ist cool, sehr aufmerksam und angenehm im Umgang. Das überträgt sich auf mich: Ich schließe den Kurs erfolgreich ab und bleibe sogar ruhig, als mir in 20 Metern Tiefe die Luft ausgeht. Ich hatte zu viel mit der Tarierhilfe experimentiert, was die Flasche leert. So mache ich nebenbei noch den Freischwimmer mit Tauchausrüstung. Für mich war das ein großartiges Erlebnis. Am Ende hatte ich auch die nötige Sicherheit, um die Unterwasserwelt zu genießen. Die Sicht ist auch in großer Tiefe unglaublich gut und mit der Ostsee nicht zu vergleichen.
Das Marina Personal ist absolut hilfsbereit und freundlich.
Hier ist man einfach entspannt.
Die Seglergemeinde in Porto Santos ist aktiv und über Whatsapp gut organisiert. Man trifft sich morgens im Hafenkaffee und tauscht sich dort aus. Hier bekommt man immer Hilfestellungen, Tipps für die Weiterreise und Hinweise auf lokale Highlights. Man ist gut vernetzt.
Ich nutze parallel die Erfahrungen von Silvia und Peter und tausche auch mal kurze Mails mit Christian Arndt, den wir in Boulogne-sur-Mer getroffen haben. Das erleichtert die Planung, und wir profitieren davon sehr.
Jetzt warten wir auf einen freien Liegeplatz auf Madeira. Alle warnen uns davor dort zu ankern oder ohne Anmeldung in die wenigen Häfen einzulaufen.
Es gibt schlechtere Orte als Porto Santo, um auf einen Liegeplatz zu warten.
Standort Porto Santo, 11.09.2026
