Dirk möchte noch einen Eindruck von den Buchten/Rias in Galizien mit nach Lübeck nehmen.
Wir starten am frühen Nachmittag von Viveiro zur Ria de Barquero. Ein schwacher Westwind mit 1–2 Beaufort weht uns entgegen, während wir gegen die stehende Atlantikdünung motoren.
Die Bucht ist leer, wir suchen einen geeigneten Ankerplatz. Die Suche ist frustrierend. Es gibt keinen Schutz vor der in die Bucht einströmende Dünung des Atlantiks.
Diese Ankerbucht ist keine gute Empfehlung, es wird eine unruhige Nacht mit viel Schwell.
Die Schwachwindphase hält an, der Wind dreht auf Südwest mit 1–2 Beaufort. Wieder motoren wir zur nächsten Bucht. Die Ria de Cedeira bietet vor dem kleinen Küstenort ein weites Ankerfeld, das bei allen Windrichtungen Schutz verspricht. Für Südwest sind 5–6 Beaufort angesagt. Wir ankern im gut belegten Feld und wettern den Starkwind zwei Tage lang ab.
Trotz Starkwind liegen wir ruhig und erholen uns von der letzten Nacht.
Nach dem Starkwind folgt die Flaute.
Erneut motoren wir gegen Restwelle und Atlantikdünung. Nach 37 sm sind wir erleichtert, Sada in der Ria de Betanzos zu erreichen. Dirk bucht seinen Rückflug ab A Coruña. Am nächsten Tag verlegen wir das Boot in die Ria de Ares und ankern vor der Küstenstadt Ares. Anschließend wollen wir in den Clubhafen des Segelclubs A Coruña wechseln.
Dirk fliegt nach Hause, für Reini und mich geht es weiter Richtung Westen.
Die Wetterlage bleibt unstet: Flauten und Starkwind aus West wechseln sich ab. Das Motoren haben wir inzwischen gründlich satt. In A Coruña wollen wir nicht abwettern, deshalb wählen wir den kleinen Fischerort Malpica 20 sm entfernt als Zwischenstopp. Dies ist ein reiner Fischereihafen ohne Infrastruktur für Yachten, für unsere Zwecke ausreichend. Nachdem wir unseren Anker aus dem Gewirr der Mooring-Grundeisen befreit haben, liegen wir sicher an einer Mooringtonne.
Nach zwei Tagen Wartens bei Starkwind aus West zeigt sich ein kurzes Wetterfenster, um das Cabo de Finisterre zu runden, also kein Stopp in Muxia. Wieder ewiges Gegenan mit Motor gegen alte Windsee und Atlantikdünung. Nach 40 sm liegen wir fest in Fisterra.
Jetzt eröffnet sich uns ein weites System von tief einschneidenden Buchten.
Die Orca-Warnapp meldet täglich neue Attacken im Süden Portugals und vereinzelt vor Vigo.
Die Sturmtiefs mit Starkwind aus West ziehen an uns vorbei. Keine Liegegebühren in Fisterra, das nutzen wir aus und verbringen glückliche Tage in dem kleinen Fischerort.
Danach erkunden wir die Rias im Süden von Fisterra, unternehmen Tagestrips, ankern vor Muros und Ribeira.
Schlechte Nachrichten aus Lübeck, ich will nach Hause fliegen.
Wir überführen das Boot nach Vigo und liegen im Vereinshafen des städtischen Segelclubs. Reinhard bleibt an Bord.
Die Häfen Vigo und A Coruña sind bestens an das internationale Flugverkehrsnetz angeschlossen und qualifizieren sich hierdurch für mögliche Crewwechsel.
Die Rias in Galizien sind ein traumhaftes und südlich vom Cabo de Finisterre sehr geschütztes Segelrevier, wären da nicht die ständigen Orcaattacken. Die permanente Furcht wird einem auch nicht durch den Einsatz des Wal-Pinger und den Nutzen der Orca-Warnapp genommen.
Standort Vigo, 08.08.2026
