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Nach 370 nonstop gesegelten Seemeilen quer durch die Biskaya erreichen wir ein traumhaftes Segelrevier, die Rias an der Küste Galiziens. 

Großartige bewaldete Ankerbuchten, schöne Küstenorte, alles, was ein Seglerherz eigentlich begehrt.

Aber, die Segler an der Küste Galiziens sind voller Ängste. Das Orcaproblem nimmt drastisch zu. 

Beim Einlaufen in Viveiro, nachdem Dirk nach zwei Tagen Durchsegeln noch schnell gebadet hat, wurden wir wie ein deutsches U-Boot nach Feindfahrt begrüßt. Am Vorabend war die SY „Idem“ nach Orcaangriffen gesunken, die zweiköpfige Besatzung wurde unverletzt gerettet, das Schiff war verloren.  Weitere 4 Boote wurden angegriffen, davon drei so schwer beschädigt, dass sie in den Hafen geschleppt werden mussten. Davon berichten nicht nur die Yacht und Stern. 

Seitdem wird jeden Tag über Orcaattacken berichtet. Die Einheimischen sehen es mittlerweile auch nicht mehr ganz gelassen. Sie zucken mit den Schultern, was soll man auch machen…, aber die eigentlich verbotenen Feuerwerkskörper sollen dieses Jahr sehr begehrt sein, berichtet ein spanischer Segler.

Es gibt aber keinen Plan oder wirkliche Strategie. Nach offiziellen Quellen soll der Segler die Ruhe bewahren, Segel bergen, den Motor abstellen und das Ruder frei geben.

Also auf Gott vertrauen und sich seinem Schicksal ergeben, folgerichtig für einen heiligen katholischen Landstrich wie die galizische Küste.

Da konsultieren wir doch lieber Kriseninterventionskräfte aus dem protestantischen Norden, also Lübeck, unseren Fischermeister und Zahnarzt. Spezialwissen kann nur Vorteile bringen.

Georg, mittlerweile Fischermeister, sagt: „Du musst denken, wie ein Fisch!“, also denken wir als Crew wie eine Orcagang. Wobei Orcas ja keine Fische sind, sondern Säuger und hochintelligente Jäger.

Also, unser Gedankengang, wie würde ich als Orca denken:

„Morgens habe ich Hunger, also raus zum Jagen und dann verkloppe ich ein paar Thunfische oder so, dann ist später Nachmittag, die Sippe zieht ab nach Hause an die Küste, die Alten müde, landesübliche Siesta, man kann noch den jungen Orcamädels imponieren, als Jungbulle habe ich ja noch keinen Bock zu pennen und noch so richtig Kraft im Schwanz…., ja, da wäre etwas, dann spiele ich einfach noch Schiffe versenken, so wie das Feierabendbierchen, penne aus und am nächsten Morgen geht es weiter.“

Das deckt sich mit den Angriffszeiten der Orcas! Die Biologen sagen auch, die wollen nur spielen. Das diskutiere ich dann auch gerne mit diesen Orcaverstehern, falls wir das Freischwimmerabzeichen vor der galizischen Küste machen.

Der SVT-Segler muss also nicht so früh raus, aber rechtzeitig wieder rein 🧐😉oder so, …, jedenfalls ist die Notfalltasche gepackt (wasserdicht, Papiere, Zweithandy, Laptop,  ….),  Abwehrmaßnamen bereit, Notfunksprüche fertig und schriftlich fixiert, der Wal-PAL („Pinger“) wird hinter uns hergezogen.

Dirk, der geniale Tüftler und Bastler, hat aus Bordmitteln ein eigenes Konzept entwickelt. Er hat die alte Baum-Persenning von Zochert umfunktioniert, eine kurze Ankerkette angebracht und kann so unser Heck inklusive Spatenruder unter Wasser abdecken. Die Idee finde ich clever, das verwirrt den Orca hoffentlich. Der rechnet mit einem Spatenruder und sieht dann einen Theatervorhang, gemustert by Zochert-Sails and Engineering by Dirk Klenner. Wenn das funktioniert, sind wir gemachte Leute. 

SVT-Segler, Helden der See, oder auch nicht….

Eure Wilmcrew

Dirk hat die alte Baumpersenning umfunktioniert, es soll den Orca verwirren

Der Wal-Pal (Pinger) immer unter Wasser mitlaufend

Tasche wasserdicht und schwimmfähig gepackt

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… und immer die aktuelle Orcawarn-App im Auge behalten und sich weiter informieren

Iberische Orca (Orca Iberico), Information Club Nautico De Sada

„Schönes Meeressäugetier, das keine natürlichen Feinde hat. Es ernährt sich von Thunfischen, Tintenfischen, Lachsen und anderen Meeressäugern.

In den letzten fünf Jahren gab es immer wieder Vorfälle, bei denen sich Orcas Segelbooten genähert haben und Schäden entstanden sind. Diese betrafen hauptsächlich die Ruderblätter von kleineren Booten, möglicherweise ausgelöst durch die Erinnerung an ein Spiel oder ein Lernverhalten.

Es sind sehr intelligente Tiere, die wir schützen müssen, indem wir Abstand halten, um sie nicht zu stören. Es ist nicht ratsam und sollte nicht erlaubt sein, sich ihnen mit Motorbooten zu nähern oder ihre Privatsphäre zu stören.

Überrascht von der Untätigkeit der Verwaltung angesichts von Vorfällen und Situationen, die die Sicherheit des menschlichen Lebens auf See gefährden. SOLAS erlaubt es Dritten, ohne Verantwortung oder Haftung, die Kriterien für unser Zusammenleben mit diesen Tieren aufzuzeigen und nicht empfehlenswerte Situationen zu vermeiden.

Denken Sie daran, dass diese Tiere leicht schrecken und sich bei Geräuschen im Wasser entfernen, die durch pyrotechnische Geräte geringer Intensität oder Niederfrequenzgeneratoren erzeugt werden.

Schützen wir die Natur und respektieren wir das

internationale SOLAS-Übereinkommen.“