Wir verlassen Roscoff. Uns treibt nur der Wind. Ein Zwischenstopp in L`Aber Wrach soll die Etappe nach Brest verkürzen. Bei einem Tidenhub von rund 10 Metern ist der Tidenstrom gewaltig. Dirk möchte endlich einmal mit dem Strom segeln. Die Navigation in diesem Seegebiet erfordert mehr Vorbereitung, auf der Ostsee ist das einfacher. Der Chenal Du Four ist zu durchfahren, bekannt für starken Tidenstrom mit über 3 kn. Um hier strömungsoptimal von Osten kommend passieren zu können, legen wir in L`Aber Wrach einen Zwischenstopp ein.
Auf diese Idee sind mit uns auch andere Segler gekommen. Der Hafen ist zum Bersten voll. Wir liegen dicht an dicht im Päckchen.
Barbara erläuft die Landschaft, viel Natur, wenig Infrastruktur, eben ein Übernachtungshafen und sinnvoller Zwischenstopp.
Der nächste Tag bringt keinen Wind. Wir treffen die Tidenströmung optimal und werden regelrecht durch den Chenal Du Four gedrückt.
So erreichen für am frühen Nachmittag frisch gebadet (mit Seehundbegleitung) Brest. Die Zeit reicht uns auch für eine Stadtbesichtigung. Brest hat sehr unter dem zweiten Weltkrieg gelitten, völlige Zerstörung und ein liebloser Wiederaufbau. Das sieht man dann auch der Stadt an, ganz anders als in St. Malo.
Was das aber aufwiegt, haben wir direkt vor unseren Augen, im Hafen liegen große, alte Rennyachten, gebaut vor dem ersten Weltkrieg, liebevoll restauriert, sehr gepflegt und aktiv gesegelt, u.a. der William-Fife-Klassiker, die Moonbeam. Für Bernd und Volker wäre es ein besonderer Genuss.
Ich habe solche alten Yachten, in einem so guten Zustand, aktiv gesegelt, noch nie gesehen. So verbringt die Crew staunend den Abend bei diesen so besonderen Schiffen.
Vor Brest liegt Camaret-sur-Mer, der Ort ist für viele Segler das Sprungbrett über die Biskaya,soll auch sehr schön sein. Morgen werden wir es wissen.
Eure Wilmacrew
Standort Brest, am 15.07.2026
