Die Insel Jersey hat uns gefallen. Gerne kommen wir wieder, vielleicht auf unserer Rückreise.
Es geht weiter nach St. Malo. Wir sind sehr vorsichtig und umfahren weit die vor St. Malo vorgelagerten Riffs, denn der Tidenhub beträgt hier über 10 Meter, da halten wir lieber einen respektvollen Abstand.
Den optimalen Zeitpunkt der Abreise aus St. Helier nach St. Malo gibt es nicht. So warten wir Stunden vor der Schleuse in St. Malo, die nur im Zeitrahmen 1 Stunde vor bis 1 Stunde nach Fluthöchststand öffnet. Wir müssen 3 Stunden warten, vor der Schleuse zu kreisen ist sinnlos, also gehen wir vor Anker. Unser erstes gemeinsames Ankermanöver, es hat funktioniert.
Das Warten hat sich gelohnt, der Liegeplatz vor den gewaltigen Stadtmauern vor St. Malo entschädigt uns.
Am nächsten Tag kommen Barbara und Dirk, die uns als Crew verstärken. Gemeinsam erkunden wir St. Malo. Die Stadt ist schön, lebendig und die Touristen verteilen sich. Das historische Stadtbild konnte nach der fast völligen Zerstörung im 2. Weltkrieg wiederhergestellt werden. Ein Ort zum Wohlfühlen. Wir gehen abends in ein feines Restaurant.
Die bretonische Küste liegt im Westen vor uns. Sehr große Marinas mit bekannten Badeorten warten auf uns.
Wir segeln zuerst nach Saint Cast, tidenunabhängig anzulaufen, lange Sandstrände und naturnahe Küstenwanderwege bringen uns in einen richtigen Urlaubsmodus.
Das verführt zum Bleiben.
Wir widerstehen und laufen nach einem tollen Segeltag St. Quay-Portrieux an.
Ein lebendiger Urlaubsort mit Markttag, wir bunkern frisches Gemüse und Fisch und führen ein Leben wie Gott in Frankreich, Sonne, lange Sandstrände und am Abend gemeinsames Kochen mit Reini.
Wir wollen weiter im Westen eine typische bretonische Flusslandschaft erkunden, vorbei an der Île Bréhat, den Lé Trieux hinauf, nach Lézardrieux.
Der Hafenmeister fängt uns vor Lézardrieux ab, der erste unfreundliche Franzose bisher. Wir dürfen nur eine Nacht bleiben, Regattateilnehmer aus Dartmouth werden erwartet.
Lézardrieux ist ein sehr beschaulicher, kleiner Ort, den wir dann auch am Abend erkundet haben.
Für die nächsten Tage gilt offiziell eine Sturmwarnung. Die ersten Ausläufer nehmen wir mit, ein Segeltag mit rasanter Fahrt durch das Wasser. Bei ordentlicher Welle von Achtern laufen wir in Roscoff ein. Hier liegen viele Blauwassersegler und warten auf den optimalen Wind und das optimale Zeitfenster, um den Chenal Du Four nach Brest zu passieren.
Hafentage sind Putz- und Waschtage, das ist auch auf der Wilma so.
Die Wäsche ist jetzt gewaschen, das Boot geputzt, die Vorräte aufgefüllt, es geht weiter nach Westen.
Eure Wilmacrew
