Es geht von Amsterdam weiter, mit sehr wechselnden Winden, nach Schevedingen.
Schevedingen ist ein sehr touristisch geprägter Yachthafen, es steht ein Lokal neben dem anderen Lokal.
Wir gönnen uns einen Hafentag, besuchen Den Haag, alles sehr nobel, und wettern abends im Hafen eine heftige Gewitterfront ab.
Bei moderaten Winden aus NE-E geht es nach Ostende mit kleinem Stopp und Gedenken an meinen ehemaligen Mitsegler, den „kleinen Ralf“, der mich viele Jahre auf der Wilma begleitet hat und nun im Himmel segelt.
Der nächste Übernachtungshafen ist Calais. Für mich kein guter Tipp: großer Fährhafen mit hoher Fährenfrequenz, Wartebojen vor dem Yachthafen und tidendefinierten Öffnungszeiten. Von Westen kommend verhindern die vorgelagerten Sandbänke ein direktes Einlaufen, sie müssen weit umfahren werden. Einlaufen geht nur auf Erlaubnis der Hafenkontrolle nach Anmeldung auf Kanal 17, im Hafen selbst erfolgt die Revierfahrt nach Anweisung auf Kanal 09. Der Hafen ist ein liebloser, zweckgebundener Übernachtungsstopp.
Eigentlich ist die Überfahrt nach Dover geplant. Peter Kamps, von der SY Stella Nova, meldet sich. Silvia und er sind auf der Rückreise aus der Karibik und liegen jetzt in Brest.
Peter möchte sich mit uns treffen, daher entscheiden wir uns an der nordfranzösischen Küste zu bleiben.
Überhaupt sind viele Rückkehrer aus der Karibik unterwegs.
In unserem nächsten Hafen, Boulogne-sur-Mer, treffen wir Christian Ahrendt mit seiner SY Xenia auf der Rückreise aus der Karibik. Wir kennen uns vom Ostseecup. Christian kommt sofort herüber auf die Wilma, der „Transoceanwimpel“ weist auf Streckensegler hin. Tolle Tipps für die Karibik und die Kanaren folgen.
Den Abend verbringen wir mit Gaby und Kai von der SY Saida vom Yachtclub Kattegat, die auch die französische Küste entlangsegeln und in die Bretagne wollen.
Eigentlich finden wir in jedem Hafen schnell Kontakt, die geplante Karibikreise ist immer gut für ein Gespräch. Viele Segler, die uns ansprechen, waren schon dort, schwärmen und versorgen uns mit Informationen. Wir sind an unserem Bimini sehr einfach als zukünftige Karibikfahrer zu erkennen.
Es geht weiter, heute entscheiden wir, ob es „rüber“ nach England geht, oder wir doch auf der französischen Seite bleiben und es ruhig angehen lassen, wir Rentner.
Eure Wilmacrew
